Wie du eine Freundin nach einem Schwangerschaftsabbruch unterstützt: 7 Dinge, die wirklich helfen
Wenn eine Freundin sagt, dass sie einen Schwangerschaftsabbruch hatte, bleibt die Frage in dir stecken: "Was soll ich sagen?" Du möchtest helfen, aber es ist leicht, das Falsche zu sagen. Die gute Nachricht: Es gibt keine magischen Formeln. Es gibt ein paar einfache Prinzipien, die besser funktionieren als jede vorbereitete Rede.
Hör mehr zu, rede weniger
Die erste Regel ist, zu schweigen und zuzuhören. Unterbrich nicht mit deiner Meinung, gib keine Ratschläge, erzähle nicht, was du tun würdest. Wichtig ist, was sie fühlt, nicht du. Auch wenn du denkst, dass ein Abbruch schrecklich oder leicht ist, dränge deine Gefühle ihr nicht auf. Schau auf ihre Reaktion und passe dich an.
Wenn sie sagt, dass es richtig ist, aber innerlich unruhig ist, kannst du sagen: "Ich höre, dass du zweifelst, aber du willst es trotzdem tun. Ich verstehe." Wenn sie sich sicher ist, aber jemand Druck ausübt: "Du hast gesagt, dass es der beste Weg ist. Ich sehe, warum du das denkst, und deine Meinung ist am wichtigsten."
Das Wichtigste ist, nicht zu urteilen, sondern ihre Gefühle wie ein Spiegel zu reflektieren. Das hilft ihr, sich selbst zu verstehen.
Frag, was sie braucht, statt zu raten
Wir bieten oft an, was wir selbst brauchen. Aber das passt vielleicht nicht zu dem, was sie braucht. Frag also: "Wie kann ich helfen?" Wenn sie es nicht weiß, biete Optionen an, in denen du wirklich stark bist. Kannst du kochen? Bereite ihr Essen für ein paar Tage zu. Hast du ein Auto? Biete an, sie zur Klinik oder zur Apotheke zu fahren. Kein Auto? Sag einfach: "Wenn dir etwas einfällt – ruf jederzeit an, ich tue, was ich kann."
Manchmal, wenn man Optionen durchgeht, erkennt man, was man will. Allein das Aufzählen von Möglichkeiten ist schon Hilfe.
Hilf bei Plänen und Papieren
Stress ist heimtückisch: Selbst einfache Dinge fallen schwer. Biete daher an, bei der Organisation zu helfen. Erstellt eine Checkliste: Welche Dokumente braucht sie, was muss gekauft werden, wen anrufen. Du kannst die Anrufe in der Klinik oder in der Apotheke übernehmen, Anweisungen zu Medikamenten zusammenstellen und Telefonnummern in einer Datei sammeln. Wenn du organisiert bist, ist das deine Sternstunde.
Übernimm nicht mehr, als du schaffen kannst
Das ist entscheidend. Wenn du versprochen hast, sie zur Klinik zu fahren oder Geld zu geben, tu es. Denn das Scheitern solcher Hilfe kann bedeuten, dass der Abbruch gar nicht stattfindet. Zeit spielt hier eine große Rolle. Besser, du bietest weniger an, als goldene Berge zu versprechen und dann zu enttäuschen.
Sei kein Superheld
Du bist nur ein Mensch und hast Grenzen. Wenn Zeit, Geld oder Kraft knapp sind, tu nicht so, als wären sie unbegrenzt. Schon einfach da zu sein, freundliche Worte zu sagen, ist enorme Unterstützung. Wenn sie mehr braucht, als du geben kannst, hilf ihr, andere Ressourcen zu finden – zum Beispiel Psychologen oder Selbsthilfegruppen.
Insbesondere solltest du nicht versuchen, sie allein aus Missbrauchssituationen zu retten. Wenn sie einen gefährlichen Partner oder Verwandten hat, suche lieber lokale Hilfsorganisationen für Opfer häuslicher Gewalt. Ohne Vorbereitung könntest du alles nur schlimmer machen.
Respektiere ihre Privatsphäre
Wahrscheinlich möchte sie nicht, dass alle vom Abbruch erfahren. Erzähle niemandem davon ohne ihre Erlaubnis. Wenn du selbst Unterstützung brauchst, sprich mit einem Therapeuten, nicht mit gemeinsamen Bekannten. Wenn absolut niemand – wähle Menschen, denen du hundertprozentig vertraust, und nenne den Namen der Freundin nicht.
Wenn du nicht unterstützen kannst, zieh dich zurück
Es kann sein, dass du selbst nicht bereit bist: eigene Gefühle, Verurteilung, Angst. Wenn das so ist, sag es ehrlich und mach Platz für jemanden, der helfen kann. Hauptsache, du hängst ihr deine Gefühle nicht auf. Sie hat es schon schwer genug.
Und noch etwas: Bemuttere sie nicht zu sehr. Sie braucht Raum und Ruhe. Überprüfe, ob du nicht zu aufdringlich bist, und tritt zurück, wenn sie darum bittet.
Das Einfachste und Wichtigste, was du tun kannst, ist, da zu sein und nicht zu urteilen. Worte sind zweitrangig.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: How to Support a Friend Through an Abortion — Scarleteen

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