Training für Sex: Welche Übungen wirklich funktionieren

Quelle: International Society for Sexual Medicine
Training für Sex: Welche Übungen wirklich funktionieren
Foto: Andrea Piacquadio / Pexels

Sex ist auch eine Belastung. Aber was, wenn das Fitnessstudio seine Qualität verbessern kann? Eine neue Analyse vieler Studien sagt: Ja, kann es. Und zwar werden fast alle Bereiche – vom Verlangen bis zum Orgasmus – spürbar gestärkt. Welche Übungen jedoch am besten funktionieren, ist eine überraschende Wendung.

Wissenschaftler haben Daten aus Dutzenden von Studien gesammelt, in denen Frauen verschiedene Aktivitäten ausübten: von Bauchtanz bis Krafttraining. Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen lag bei 44 Jahren, viele hatten gesundheitliche Probleme: Diabetes, Fettleibigkeit, Menopause, Nierenerkrankungen, sogar Krebs. Das Fazit lautet ungefähr so: Wenn man sich regelmäßig bewegt – von täglichen Einheiten bis zu fünf Mal pro Woche – verbessert sich die sexuelle Funktion um etwa einen Punkt auf der Skala, mit der man normalerweise die sexuelle Gesundheit von Frauen misst. Das klingt bescheiden, aber in der Praxis ist es eine spürbare Veränderung – wie der Übergang von „überhaupt nicht wollen“ zu „warum eigentlich nicht“.

Warum Sport überhaupt Sex beeinflusst

Es geht nicht nur darum, schlanker zu werden (obwohl das auch eine Rolle spielt). Regelmäßige Belastungen verändern den Hormonhaushalt: Sie senken Cortisol – das Stresshormon, erhöhen Testosteron und Oxytocin, die genau für Erregung und Vergnügen verantwortlich sind. Außerdem verbessert Sport den Schlaf, gibt mehr Energie und stärkt die Beckenbodenmuskulatur – und das ist ein direkter Weg zu intensiveren Orgasmen und besserer Lubrikation.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Nervensystem. Körperliche Aktivität stimuliert die Produktion von Endorphinen und verbessert die Durchblutung im Beckenbereich. All das hilft, schneller „einzuschalten“ und sich während des Sex leichter zu entspannen, und verstärkt außerdem die natürliche Befeuchtung.

Und natürlich der Gewichtsverlust. Übergewicht geht oft mit Diabetes, Inkontinenz und verminderter Libido einher – und Training hilft sowohl beim Gewicht als auch beim Selbstbewusstsein.

Welche Übungen wofür gut sind

Die Forscher haben den Nutzen nach Problemen aufgeschlüsselt. Wenn Sie ein schwaches Verlangen haben, helfen Kräftigung des Rumpfes, Aerobic, Krafttraining, Schwimmen, Yoga und Beckenbodentraining. Vermutlich durch die Erhöhung von Testosteron und den allgemeinen Muskeltonus.

Wenn Sie unter Schmerzen beim Sex leiden, ist die beste Wahl Beckenbodentraining, gegebenenfalls mit Wärme oder manueller Therapie.

Für Frauen mit Fettleibigkeit sind intensive aerobe Übungen besonders vorteilhaft, zum Beispiel hochintensives Intervalltraining.

Was jedoch fast nicht funktionierte: Bauchtanz, Heimtrainer und manchmal Yoga. Also ist nicht alles Gold, was glänzt.

Was das alles für Sie bedeutet

Sexuelle Probleme treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern – aber man spricht seltener darüber. Wenn Ihnen Schwierigkeiten mit Verlangen, Erregung oder Vergnügen bekannt sind, ist das Hinzufügen von körperlicher Aktivität ein kostenloser und angenehmer Weg, die Sache zu verbessern. Beginnen Sie mit dem, was Ihnen gefällt: zügiges Gehen, Schwimmen, Tanzen, Yoga – jede Regelmäßigkeit ist besser als nichts.

Wichtig: Wenn das Problem ernst ist und das Leben beeinträchtigt, ist Training kein Allheilmittel. Aber selbst dann schadet es nicht. Und wenn Sie schon länger darüber nachdenken, ins Fitnessstudio zu gehen – hier ist ein weiterer Grund.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: The Benefit of Exercise for Women’s Sexual Function — International Society for Sexual Medicine