Warum Transgender-Personen seltener auf HIV getestet werden und was das für uns alle bedeutet
Haben Sie sich jemals gefragt, warum einige Personengruppen seltener auf HIV getestet werden, selbst wenn das Infektionsrisiko hoch ist? Hier ist eine vertraute Situation: Ihr Freund sagt, dass es an der Zeit wäre, einen Test zu machen, aber er schiebt es immer wieder auf. Mal ist es die Arbeit, mal die Angst. Stellen Sie sich nun vor, dass zusätzlich Stigmatisierung und Unsicherheit darüber, wie der Arzt Sie behandeln wird, wenn Sie transgender oder nicht-binär sind, auf Ihnen lasten. Genau das fanden neuseeländische Forscher heraus, als sie erstmals Transgender-Personen in ihre Umfrage zu sexuellem Verhalten und HIV-Prävention einbezogen.
Wissenschaftler aus Neuseeland befragten transgeschlechtliche und nicht-binäre Personen, die Sex mit Schwulen, Bisexuellen oder anderen Männern hatten. Sie verglichen deren Antworten mit denen von cisgeschlechtlichen Schwulen und Bisexuellen. Es zeigte sich, dass die transgender Teilnehmenden im Durchschnitt jünger waren, häufiger mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und öfter eine Behinderung angaben. Aber am wichtigsten: Sie hatten in den letzten 12 Monaten seltener einen HIV-Test gemacht. Und unter den transgeschlechtlichen Männern und nicht-binären Personen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, wurde zudem seltener die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) eingenommen – Tabletten, die vor HIV schützen.
Warum ist das so?
Die Autoren der Studie vermuten, dass der Grund nicht darin liegt, dass diese Personen weniger Risiken eingehen. Vielmehr gibt es Barrieren: Möglicherweise ist es für sie schwieriger, einen Arzt zu finden, der ihre Besonderheiten versteht, oder sie haben Angst vor negativen Erfahrungen. Und tatsächlich berichteten die Umfrageteilnehmenden über negativere Erfahrungen im Umgang mit medizinischem Personal. Darüber hinaus gab es unter ihnen mehr Personen, die injizierende Drogen konsumieren, was ebenfalls das HIV-Übertragungsrisiko erhöht.
Ein wichtiger Punkt: Das Verhalten der verschiedenen transgender Gruppen unterschied sich. Transgeschlechtliche Frauen und nicht-binäre Personen, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, verhielten sich sexuell etwa wie cisgeschlechtliche Schwule. Transgeschlechtliche Männer und nicht-binäre Personen mit weiblichem Geburtsgeschlecht hingegen hatten weniger männliche Partner und mehr Sex mit Frauen und anderen nicht-binären Personen. Das zeigt, dass man nicht alle Transgender-Personen als eine Gruppe betrachten kann – jede hat ihre eigenen Risiken und Bedürfnisse.
Was die Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen betrifft, gab es kaum Unterschiede – alle ließen gleich häufig Tests durchführen. Und nur wenige Teilnehmende lebten mit HIV. Aber der HIV-Test und PrEP bleiben wichtige Präventionsinstrumente, und wenn Transgender-Personen sie seltener nutzen, könnte das bedeuten, dass sie die Möglichkeit verpassen, sich zu schützen.
Was ist zu tun?
Wenn Sie transgender oder nicht-binär sind und sexuelle Kontakte mit Männern hatten, schieben Sie den HIV-Test und andere STI-Tests nicht auf. Es ist nicht beängstigend, sondern im Gegenteil Selbstfürsorge. Suchen Sie Kliniken, die LGBTQ+-freundliches Personal haben, oder erkundigen Sie sich in lokalen Communities, wohin Sie sich wenden können. Und wenn Sie Arzt oder einfach ein Freund sind, denken Sie daran: Unterstützung und Verständnis können eine entscheidende Rolle spielen. Fragen Sie, ob Hilfe benötigt wird, und bieten Sie an, gemeinsam zum Test zu gehen. Manchmal reicht ein freundliches Wort, damit jemand einen Schritt für seine Gesundheit macht.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Sexual Behaviour, HIV Prevention and Testing Among Transgender and Non-binary People in a Cross-Sectional Behavioural Surveillance Survey in Aotearoa New Zealand. — U.S. National Library of Medicine

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