Erhöhen HIV-Tabletten wirklich das Risiko, sich mit einer anderen Infektion anzustecken?
Stellen Sie sich vor: Sie haben endlich begonnen, Tabletten einzunehmen, die vor HIV schützen. Doch dann stellen Sie fest, dass bei Ihnen Syphilis diagnostiziert wurde. Und Sie sind nicht allein. Wissenschaftler aus Thailand haben Daten von fast 25.000 Männern untersucht, die eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) einnehmen, und ein unerwartetes Muster entdeckt. Was ist also los? Lassen Sie uns das genauer ansehen.
Zahlen, die zum Nachdenken anregen
Die Studie umfasste Männer, die Sex mit Männern haben, im Alter von 15 bis 49 Jahren. Alle wurden zwischen 2020 und 2024 in ein nationales HIV-Präventionsprogramm aufgenommen. Jeder wurde gebeten, sich auf Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien und andere Infektionen testen zu lassen. Und hier ist das Ergebnis: Bei 8 % von ihnen wurde mindestens eine Infektion festgestellt, die häufigste war Syphilis (7,7 %). Das bedeutet, dass jeder zwölfte Mann, der zum Schutz vor HIV kam, bereits Syphilis hatte. Eine ernste Zahl, nicht wahr?
Was hat die Studie noch gezeigt?
Das Interessanteste ist, wer zur Risikogruppe gehört. Es stellte sich heraus, dass Infektionen am häufigsten bei jungen Männern im Alter von 20–24 Jahren (8,6 %) und bei älteren Männern im Alter von 35–49 Jahren (8,7 %) festgestellt wurden. Und je älter der Mann, desto höher das Risiko, sich mit Syphilis anzustecken – möglicherweise, weil sie länger sexuell aktiv sind und sich seltener testen lassen.
Was haben die Tabletten damit zu tun?
Und hier ist die große Überraschung: Bei denen, die bereits PrEP eingenommen hatten, wurden Infektionen häufiger festgestellt (9,7 %) als bei Neulingen (7,7 %). Das klingt beängstigend, aber lassen Sie uns das in Ruhe analysieren. Das bedeutet nicht, dass die Tabletten Infektionen verursachen. Wahrscheinlicher ist Folgendes: Menschen, die bereits PrEP einnehmen, neigen dazu, weniger Kondome zu verwenden, weil sie sich vor HIV geschützt fühlen. Gegen Syphilis und Gonorrhoe schützen diese Tabletten jedoch nicht. Es gibt also einen doppelten Effekt: Einerseits geht HIV zurück, andererseits haben andere Infektionen mehr Chancen.
Was tun, wenn Sie PrEP einnehmen?
Wenn Sie PrEP einnehmen oder gerade erst damit beginnen möchten, geraten Sie nicht in Panik. Aber denken Sie unbedingt daran: PrEP schützt nur vor HIV, nicht vor allen Infektionen. Lassen Sie sich daher regelmäßig auf Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien und andere sexuell übertragbare Infektionen testen – mindestens einmal alle sechs Monate, besser noch bei jedem Partnerwechsel. Und scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Möglicherweise ist es sinnvoll, die Einnahme von PrEP mit Tests auf Hepatitis C zu kombinieren – in der Studie traten Infektionen bei solchen Männern dreimal häufiger auf (24 % gegenüber 8 % insgesamt). Das ist kein Urteil, sondern ein Aufruf, aufmerksamer mit der eigenen Gesundheit umzugehen.
Was ist das Fazit?
Die Studie erinnert daran: Safer Sex bedeutet nicht nur Tabletten, sondern auch regelmäßige Tests. PrEP leistet enorme Arbeit gegen HIV, deckt aber nicht das Problem anderer Infektionen ab. Also passen Sie auf sich auf, lassen Sie sich testen und besprechen Sie Risiken mit Ihren Partnern. Das ist das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Prevalence and Determinants of Sexually Transmitted Infections Among Thai Men Who Have Sex with Men Enrolled in National Pre-Exposure Prophylaxis Program: A Real-World Cross-sectional Study. — U.S. National Library of Medicine

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