Jeder dritte Jugendliche hat Schwierigkeiten, Kondome zu kaufen. Und das liegt nicht nur an der Pandemie
Haben Sie sich jemals gefragt, wie einfach es für einen Teenager ist, einen Arzt aufzusuchen, Tests zu machen oder einfach Kondome zu kaufen? Es stellt sich heraus, dass das eine echte Herausforderung ist, und sie ist nicht einfacher geworden, selbst nachdem sich die Welt von COVID erholt hat. Wir sind daran gewöhnt zu denken, dass das Problem nur am Geld oder am Alter liegt, aber eine neue Studie zeigt: Selbst scheinbar wohlbehütete Teenager stoßen auf Barrieren, die sie daran hindern, für ihre Gesundheit zu sorgen.
Die Forscher befragten mehr als 1700 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und baten sie einzuschätzen, wie schwer es für sie war, Zugang zu Verhütungsmitteln, HIV-Tests und anderen Geschlechtskrankheitstests, Kondomen und ärztlichen Beratungen zu bekommen. Die Antworten wurden rückblickend gesammelt – für drei Zeiträume: vor der Pandemie, auf dem Höhepunkt der Pandemie und in den letzten Monaten vor der Befragung.
Vor der Pandemie gab bereits ein Drittel der Jugendlichen (30%) an, dass sie keinen freien Zugang zu Verhütungsmitteln hatten, und bei Kondomen hatten 29% Schwierigkeiten. Als COVID begann, wurde alles schlimmer: 37% – sowohl bei Verhütung als auch bei Kondomen. Am schlimmsten war es mit Arztterminen: Die Schwierigkeiten stiegen von 17% auf 42%. Denken Sie, dass nach der Pandemie alles wieder normal wurde? Weit gefehlt. Die Schwierigkeiten mit Verhütung und HIV-/Geschlechtskrankheitstests gingen kaum zurück – 38% bzw. 37%. Bei Kondomen und Ärzten wurde es etwas besser, blieb aber immer noch über dem Niveau von vor COVID.
Warum ist das so? Sicherlich spielen hier die Angst vor Verurteilung, schlichte Unkenntnis, wohin man gehen soll, und auch geschlossene Schulsanitätszimmer eine Rolle. Als die Welt wegen des Virus schloss, arbeiteten Kliniken mit Unterbrechungen, aber auch nach der Rückkehr zum normalen Leben scheinen Jugendliche nicht selbstbewusster geworden zu sein. Die Autoren der Studie warnen ehrlich: Ihre Schlussfolgerungen basieren auf Selbstauskünften der Jugendlichen, nicht auf objektiven Arztaufzeichnungen. Dennoch zeichnet sich ein besorgniserregendes Bild ab.
Vielleicht denken Sie: „Was habe ich damit zu tun? Ich bin erwachsen.“ Aber wenn Sie Kinder, Neffen oder jüngere Freunde haben, betrifft dieses Thema auch Sie. Denn wenn es für einen Teenager schwierig ist, ein Kondom zu kaufen oder Tests zu machen, könnte er einfach darauf verzichten. Und die Folgen – ungewollte Schwangerschaften oder versteckte Infektionen – sind für niemanden gut.
Was kann man tun? Erstens: Sprechen Sie einfach mit Ihren Teenagern darüber, wo und wie sie Hilfe bekommen können. Erklären Sie, dass es keine Schande ist, zum Frauenarzt oder Urologen zu gehen, und dass anonyme Tests auf Geschlechtskrankheiten normal sind. Zweitens: Unterstützen Sie Initiativen, die die Dienste zugänglicher machen: Schulprogramme, Jugendberatungsstellen, Online-Dienste. Je einfacher es für einen Teenager ist, Hilfe zu bekommen, desto gesünder wird unsere Gesellschaft insgesamt sein.
Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Originalbeitrag: Adolescents' perceived difficulty in accessing sexual and reproductive health services before, during, and after the COVID-19 pandemic. — U.S. National Library of Medicine

Русский
English
中文
Español
Türkçe