„Bin ich nicht bi genug?“ Wir räumen mit Mythen über bisexuelle Männer auf

Quelle: Scarleteen
„Bin ich nicht bi genug?“ Wir räumen mit Mythen über bisexuelle Männer auf
Foto: Sharon Manuel joy / Pexels

Sie sind mit einer Frau zusammen, und alles scheint in Ordnung zu sein. Aber innerlich nagt ein Zweifel: „Bin ich wirklich bisexuell, wenn ich mit ihr zusammen bin?“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn ja, sind Sie nicht allein. Viele bi-Männer haben das Gefühl, ständig etwas beweisen zu müssen, besonders in einer Welt, in der Bisexualität oft als „halbschwul“ oder „nur eine Phase“ angesehen wird.

Warum fühlen Sie sich, als wären Sie „nicht bi genug“?

Das nennt man Hochstapler-Syndrom, und es ist unter bi-Menschen sehr verbreitet. Von allen Seiten wird uns eingeredet, dass man, um als bi zu gelten, mit verschiedenen Geschlechtern zusammen sein muss, und zwar gleichzeitig oder in einer streng festgelegten Reihenfolge. Wenn Sie mit einer Frau zusammen sind, sind Sie „einfach hetero“. Wenn mit einem Mann, dann „einfach schwul“. Und wenn mit niemandem, dann „sind Sie einfach verwirrt“. Aber Bisexualität ist keine Handlung, sondern Ihre Identität. Ihre Orientierung hängt nicht davon ab, mit wem Sie gerade im Bett oder in einer Beziehung sind.

Die beliebtesten Mythen über bi-Männer – und was wirklich stimmt

Mythos Nr. 1: „Ein Coming-out wird Ihre Beziehung zerstören.“ Viele haben Angst, ihrer Partnerin von ihrer Bisexualität zu erzählen, und denken, das sei das Ende. Aber in Wirklichkeit kann ein ehrliches Gespräch, wie die Praxis zeigt, das Vertrauen stärken. Ihre Partnerin wird es wahrscheinlich zu schätzen wissen, dass Sie sich ihr geöffnet haben, anstatt es geheim zu halten. Beziehungen werden tiefer, wenn Sie Sie selbst sein können.

Mythos Nr. 2: „Bi-Männer sind Schwule, die sich nicht eingestehen wollen.“ Das ist klassische Biphobie. Man versucht, uns in ein Entweder-oder-Schema zu pressen, aber menschliche Sexualität ist viel komplexer. Bi zu sein bedeutet, sich zu Menschen mehr als eines Geschlechts hingezogen zu fühlen, und das macht Sie nicht zu einem „halben Schwulen“ oder einem „Schwulen in Verleugnung“.

Mythos Nr. 3: „Sie wollen nur besonders sein / das ist gerade modern.“ Wenn es nur ein Trend wäre, warum dann all diese Stereotype und Unverständnis ertragen? Menschen wählen ihre Orientierung nicht aus Trendgründen – sie ist Teil ihrer Persönlichkeit.

Wie Sie aufhören können, an sich zu zweifeln

Erstens: Denken Sie daran, Ihre Bisexualität ist real, selbst wenn Sie noch nie eine Beziehung mit einer Person gleichen Geschlechts hatten. Orientierung betrifft Ihre Gefühle, nicht Ihre Bilanz. Zweitens: Versuchen Sie, sich mit Menschen zu umgeben, die Sie verstehen. Das können Freunde, unterstützende Gemeinschaften oder sogar Online-Gruppen sein. Und schließlich: Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Biphobie anderer Sie belastet, denken Sie daran: Sie müssen niemandem etwas beweisen. Ihr Leben gehört Ihnen, und nur Sie entscheiden, wie Sie es leben.

Was tun, wenn die Zweifel nicht verschwinden?

Wenn Sie das Gefühl haben, mit diesen Gedanken allein nicht fertig zu werden, suchen Sie Unterstützung. Ein Psychologe oder Berater, der mit LGBTQIA+-Themen vertraut ist, kann helfen, Ihre Gefühle zu ordnen. Aber das Wichtigste: Seien Sie geduldig mit sich selbst. Selbstakzeptanz ist ein Weg, und Sie sind nicht allein darauf.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Hi, Bi Guy: Welcome to Our Hit Series for Bi Guys! — Scarleteen