Tabletten nicht für jeden: Wann eine Creme gegen erektile Dysfunktion Ihre Option sein kann

Quelle: U.S. National Library of Medicine
Tabletten nicht für jeden: Wann eine Creme gegen erektile Dysfunktion Ihre Option sein kann
Foto: souandresantana / Pixabay

Haben Sie sich jemals gefragt, warum bei Erektionsproblemen fast immer Tabletten verschrieben werden? Sie wirken, aber nicht bei jedem und nicht jeder mag sie. Manche fürchten Nebenwirkungen, andere wollen einfach keine Chemie schlucken. Und genau hier betritt ein neuer Akteur die Bühne – ein Gel, das ohne Rezept erhältlich ist. Aber kann es wirklich die gewohnten blauen Pillen ersetzen? Lassen Sie uns klären, was die Experten sagen.

Wenn Tabletten nicht der beste Freund sind

Wissenschaftler und Ärzte haben eine internationale Expertengruppe zusammengestellt (nach der Delphi-Methode – das bedeutet, dass Fachleute anonym diskutieren und abstimmen, bis sie zu einer Übereinstimmung kommen), um herauszufinden, was in der Behandlung der erektilen Dysfunktion fehlt. Und dann kam Folgendes heraus. Tabletten sind der Behandlungsstandard; sie helfen der Mehrheit. Aber es gibt diejenigen, für die sie nicht geeignet sind: Entweder zeigen sie keine Wirkung, oder sie verursachen unangenehme Reaktionen, oder allein der Einnahmeprozess verursacht Unbehagen. Für solche Männer sind Alternativen notwendig. Genau hier kommt die lokale Therapie ins Spiel – Cremes und Gele, die direkt auf die Haut aufgetragen werden.

Was ist MED3000 und warum wird darüber gesprochen?

Es geht um ein Gel namens MED3000 (auf dem Markt bekannt als Eroxon). Es wurde bereits von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde (FDA) zugelassen und ist ohne Rezept erhältlich. Die Idee ist einfach: Sie tragen das Gel auf, es zieht schnell ein und hilft, auf natürliche Weise eine Erektion zu erreichen. Aber wirkt es genauso gut wie Tabletten? Die Experten sagen ja, aber mit Einschränkungen. Im Verlauf der Diskussion identifizierten sie 31 Aussagen, denen die Mehrheit (mindestens 80 % der Teilnehmer) zustimmte. Diese Aussagen betrafen, für wen das Gel geeignet ist, wie man es richtig anwendet und was man davon erwarten kann.

Experten raten: Für wen ist das Gel geeignet?

Was also empfehlen die Fachleute? Erstens sollten diejenigen das Gel in Betracht ziehen, bei denen Tabletten nicht wirken oder Nebenwirkungen verursachen. Zweitens kann es als Alternative verwendet werden, wenn man die systemische Wirkung auf den Körper vermeiden möchte (Tabletten wirken auf den gesamten Körper, das Gel nur lokal). Drittens fällt es einigen Männern psychologisch leichter, ein Gel aufzutragen, als eine Tablette zu schlucken. Und das ist in Ordnung. Übrigens kann das Gel in spontanen Situationen praktisch sein: Man muss die Einnahme nicht im Voraus planen.

Aber es gibt auch offene Fragen

Nicht alles ist so glatt. Die Experten konnten sich bei einer Reihe wichtiger Fragen nicht einigen. Zum Beispiel, wie wirksam das Gel bei verschiedenen Gruppen von Männern ist: jungen, älteren, mit Begleiterkrankungen. Auch unklar ist, wie das Gel mit anderen Medikamenten interagiert. Im Grunde bleiben Beweislücken. Das bedeutet, dass zusätzliche Forschung erforderlich ist, insbesondere mit echten Patienten, nicht nur im Labor. Es ist also noch zu früh, das Gel als Allheilmittel zu betrachten.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie Tabletten ausprobiert haben und sie nicht geholfen haben oder Sie sie nicht mochten – verzweifeln Sie nicht. Jetzt gibt es eine neue Option, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen können. Das Gel ist bereits in Apotheken erhältlich, aber vor der Anwendung sollten Sie besser einen Spezialisten konsultieren. Und wenn Sie sich gerade erst mit dem Problem befassen – wissen Sie: Die moderne Medizin beschränkt sich nicht auf ein Rezept. Es gibt eine Auswahl.

Zusammenfassend: Die Experten sehen einen Platz für das Gel in der Behandlung der erektilen Dysfunktion, besonders wenn Tabletten nicht geeignet sind. Aber sie betonen, dass mehr Daten benötigt werden. Also werden wir vielleicht bald mehr darüber erfahren. In der Zwischenzeit – hören Sie aufmerksam auf Ihren Arzt und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Unmet needs in the treatment of erectile dysfunction and a place for topical treatments in the therapeutic landscape. — U.S. National Library of Medicine