Warum gehen Blasenprobleme und erektile Dysfunktion oft Hand in Hand?

Quelle: U.S. National Library of Medicine
Warum gehen Blasenprobleme und erektile Dysfunktion oft Hand in Hand?
Foto: CorrelateStudio / Pixabay

Ist Ihnen aufgefallen, dass nächtliche Toilettengänge und Probleme im Bett oft bei denselben Männern auftreten? Das ist kein Zufall. Wissenschaftler haben einen klaren Zusammenhang zwischen "Inkontinenz" und erektiler Dysfunktion gefunden, und es liegt nicht nur am Alter.

Wir sind es gewohnt zu denken, dass Erektion mit Gefäßen und Hormonen zu tun hat, und die Blase etwas anderes ist. Aber diese Systeme arbeiten in unserem Körper zusammen. An der neuen Studie nahmen 305 Männer teil, die ihren Arzt wegen häufigem Harndrang und anderen Blasenproblemen aufsuchten. Und was sich herausstellte: Bei 59% von ihnen – fast jedem Zweiten! – gab es auch Erektionsprobleme. Das gibt zu denken.

Was die Zahlen zeigten

Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) wurden in zwei Gruppen eingeteilt: solche mit und solche ohne ED. Der Unterschied war beeindruckend:

  • Typ-2-Diabetes: Fast jeder vierte mit ED (25%) hatte Diabetes, in der Gruppe ohne ED nur jeder achte (12%).
  • Nervenschäden (Neuropathie): Bei Männern mit ED traten sowohl periphere (taube Gliedmaßen) als auch vegetative (Störungen der inneren Organe) Neuropathie häufiger auf.
  • Metabolisches Syndrom: Dies ist ein Komplex aus Störungen – Übergewicht, Bluthochdruck, Zucker, Cholesterin. Bei denen mit Erektionsproblemen traten diese Faktoren häufiger auf.
  • Schweregrad der Blasensymptome: Je stärker die Blasenprobleme, desto schwerer war auch die erektile Dysfunktion.

Warum passiert das?

Der Zusammenhang ist klar: Sowohl Diabetes als auch das metabolische Syndrom schädigen Gefäße und Nerven. Für eine gute Erektion braucht es aber sowohl gesunde Gefäße als auch intakte Nerven. Wenn das eine leidet, leidet auch das andere. Außerdem sind Blasenprobleme auch ein Zeichen dafür, dass im Beckenbereich nicht alles in Ordnung ist.

Aber es ist wichtig zu verstehen: Diese Studie beweist nicht, dass das eine das andere verursacht. Sie zeigt nur, dass diese Zustände oft gemeinsam auftreten. Die Autoren betonen, dass die Mechanismen dieses Zusammenhangs weiter erforscht werden müssen, um wirksame Präventions- und Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Was tun, wenn Sie solche Symptome bei sich bemerken?

Keine vorzeitige Panik. Aber auch nicht die Augen verschließen. Wenn Sie Blasenprobleme haben (häufiger Harndrang, nächtliche Toilettengänge) und gleichzeitig die Erektion nachlässt – das ist ein Grund, beide Probleme mit einem Arzt zu besprechen. Scheuen Sie sich nicht, dem Urologen sowohl von der Erektion als auch von der Blase zu erzählen. Der Spezialist kann das Gesamtbild beurteilen und Untersuchungen anordnen: Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck.

Möglicherweise verbessern Sie durch die Behandlung von Diabetes oder metabolischem Syndrom auch die erektile Funktion. In jedem Fall gibt die Früherkennung von Problemen immer mehr Chancen auf Erfolg.

Die Studie zeigte, dass die meisten Männer ohne ED keine Komponenten des metabolischen Syndroms hatten. Das bedeutet: Ein gesunder Lebensstil – Gewichtskontrolle, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung – kann die beste Prävention für beide Probleme sein: für die Blase und für die Erektion.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Erectile dysfunction and its associations with type 2 diabetes, neuropathy, metabolic syndrome in men seeking specialty care for urinary urgency: a cross-sectional study. — U.S. National Library of Medicine