Warum Jugendliche nicht nach Verhütung fragen? Das wollen sie dem Arzt sagen

Quelle: U.S. National Library of Medicine
Warum Jugendliche nicht nach Verhütung fragen? Das wollen sie dem Arzt sagen
Foto: marionbrun / Pixabay

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Jugendliche sich so schämen, über Verhütung zu sprechen? Oder warum sie beim Frauenarzt schweigen und dann im Internet nach Antworten suchen? Es stellt sich heraus, dass es nicht nur um Scham geht. Forscher wollten herausfinden, was Jugendlichen und ihren Ärzten wirklich fehlt, und bezogen die Jugendlichen selbst in die Entwicklung einer speziellen Ressource ein. Was dabei herauskam, lesen Sie weiter.

Wie die Studie durchgeführt wurde

Die Wissenschaftler verwendeten einen Ansatz, der als "menschenzentriertes Design" bezeichnet wird. Dabei wird ein Produkt gemeinsam mit denjenigen entwickelt, für die es bestimmt ist. Sie führten sieben Design-Sitzungen durch, an denen 27 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und 42 Hausärzte teilnahmen. Bei diesen Treffen generierten die Teilnehmer Ideen, diskutierten und gaben Feedback. Am Ende sammelten die Forscher Informationen über die Bedürfnisse beider Gruppen und verstanden, wie eine ideale Ressource zur Verhütung aussehen sollte.

Was sich herausstellte: Jugendliche brauchen mehr, als man denkt

Die wichtigste Erkenntnis: Jugendlichen fehlt es bereits im frühen Jugendalter an Informationen über sexuelle Gesundheit und Verhütung. Sie möchten diese Informationen früher erhalten, bevor sie sexuell aktiv werden. Aber Informationen allein reichen nicht. Sie brauchen auch Unterstützung im Gespräch mit Ärzten und Eltern zu diesen Themen. Jugendliche möchten, dass der Arzt ihre individuellen Vorlieben und Fragen berücksichtigt, anstatt einen Standardvortrag zu halten. Die Ärzte wiederum gaben zu, dass sie detailliertere Informationen über jeden Patienten benötigen, um den Besuch persönlicher zu gestalten.

Wie eine ideale Ressource aussehen sollte

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Ressource sein sollte: unauffällig (damit man sie auf dem Handy nutzen kann, ohne neugierige Blicke), verständlich und ohne Druck (kein "du musst"), mit der Möglichkeit, sich tiefer in ein Thema einzuarbeiten, wenn man möchte, und mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung von Selbstvertrauen im Gespräch über Verhütung. Mit anderen Worten: Es ist keine trockene Enzyklopädie, sondern ein interaktiver Helfer, der dabei hilft, sich auf das Gespräch mit Arzt und Eltern vorzubereiten, die eigenen Optionen zu kennen und eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie ein Teenager-Kind haben oder selbst Teenager sind, geht es bei diesem Gespräch um Sie. Es mag unangenehm sein, aber Ärzte wissen nicht immer, wie sie mit Ihnen über Verhütung sprechen sollen. Die neue Ressource, die unter Beteiligung von Jugendlichen entwickelt wird, soll diese Gespräche einfacher und angenehmer machen. Und bis sie fertig ist, können Sie selbst initiativ werden: einen Arzttermin vereinbaren, eine Liste mit Fragen erstellen, einen Freund oder eine Freundin zur Unterstützung mitnehmen. Und denken Sie daran: Ihre Gesundheit liegt in Ihren Händen, und Fragen zu stellen ist normal.

Ehrlich über die Grenzen der Studie

Natürlich ist dies keine globale Studie mit Tausenden von Teilnehmern. Die Stichprobe ist klein, und Design-Sitzungen sind immer ein etwas kreativer Prozess. Aber das Wichtigste ist, dass echte Jugendliche und Ärzte teilgenommen haben und ihre Stimmen gehört wurden. Ein solcher Ansatz ermöglicht es, Lösungen zu entwickeln, die im echten Leben wirklich funktionieren, nicht nur in der Theorie.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Co-designing an adolescent-centered contraception support resource for adolescents and primary care clinicians. — U.S. National Library of Medicine