Warum Ärzte Ihre Beschwerden über Sex abtun können und was Sie dagegen tun können

Quelle: International Society for Sexual Medicine
Warum Ärzte Ihre Beschwerden über Sex abtun können und was Sie dagegen tun können
Foto: TungArt7 / Pixabay

Sind Sie schon einmal mit einem heiklen Problem zu einem Arzt gegangen, und er sagte: "Das ist einfach das Alter", "Ertragen Sie es" oder lenkte das Gespräch auf etwas anderes? Wenn ja, sind Sie nicht allein. Die neue Folge des Podcasts der International Society for Sexual Medicine dreht sich genau darum – warum es für Frauen so schwierig ist, angemessene Hilfe bei Problemen mit Sex und Menopause zu bekommen, und wie man diese Mauer durchbricht.

Warum so viele Frauen ohne Hilfe bleiben

Die Autoren des Podcasts sprechen darüber, dass Ärzte oft einfach nicht darin geschult sind, mit Patientinnen über sexuelle Gesundheit zu sprechen. Viele Fachleute sind verlegen, wissen nicht, wie man Fragen stellt, oder entwerten Beschwerden. Dazu kommt eine allgemeine Informationsüberflutung: Es gibt viele Mythen, die Frauen daran hindern zu verstehen, was mit ihnen los ist und wohin sie sich wenden können. Das Ergebnis ist, dass eine Frau jahrelang im Kreis laufen kann und hört "das ist normal", obwohl das Problem tatsächlich lösbar ist.

Was Sie jetzt tun können

Der wichtigste Rat der Experten: Warten Sie nicht darauf, dass jemand anderes alles für Sie entscheidet. Werden Sie zu Ihrer eigenen Fürsprecherin. Das klingt dramatisch, aber es sind eigentlich einfache Schritte:

  • Notieren Sie Ihre Symptome: wann sie auftreten, wie oft, was sie verstärkt und was sie lindert.
  • Kommen Sie mit einer klaren Liste von Fragen zum Termin und bestehen Sie auf Antworten.
  • Scheuen Sie sich nicht zu sagen: "Es stört mich, dass Sex schmerzhaft geworden ist" oder "Ich habe das Verlangen verloren, und das ruiniert mein Leben".
  • Wenn ein Arzt Sie abweist, wechseln Sie den Arzt. Das ist normal und keine Laune.

Wo Sie Hilfe suchen können, wenn Ihr Arzt nicht versteht

Sie müssen jetzt nicht nur zum Gynäkologen gehen – das ist eine gute Nachricht. Im Podcast wird Telemedizin erwähnt: Online-Konsultationen mit Sexualmedizinern, Urologen oder Spezialisten für Menopause. So können Sie zu einem Experten gelangen, auch wenn es in Ihrer Stadt keinen gibt. Außerdem wird geraten, nach Kliniken zu suchen, die sich auf sexuelle Gesundheit von Frauen spezialisiert haben, oder direkt an der Anmeldung zu fragen, ob es einen Arzt gibt, der sich mit diesen Fragen befasst. Scheuen Sie sich nicht, vorher nachzufragen.

Warum Veränderungen Zeit brauchen

Das Gesundheitssystem verändert sich langsam, und das ist leider eine Tatsache. Medizinische Fakultäten lehren Studenten immer noch oft nicht, mit Patientinnen über Sex zu sprechen, daher können viele Ärzte dies einfach nicht. Aber je mehr Frauen beharrlich Fragen stellen und angemessene Antworten verlangen, desto schneller wird sich das System anpassen. Ihre Hartnäckigkeit ist also nicht nur ein Beitrag für sich selbst, sondern auch für die Zukunft der Frauengesundheit.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Episode 56: Women’s Sexual Health - Part 3 — International Society for Sexual Medicine