Spirale schützt vor Schwangerschaft, aber nicht vor Infektionen: Was eine Studie mit 2 Millionen Frauen zeigte

Quelle: U.S. National Library of Medicine
Spirale schützt vor Schwangerschaft, aber nicht vor Infektionen: Was eine Studie mit 2 Millionen Frauen zeigte
Foto: VinzentWeinbeer / Pixabay

Stellen Sie sich vor: Sie haben sich für eine Spirale oder ein Implantat entschieden – einen zuverlässigen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft – und vergessen die Pillen für Jahre. Klingt ideal, oder? Aber es gibt einen Haken: Zusammen mit der Schwangerschaft 'streicht' der zuverlässige hormonelle Schutz manchmal auch die Kondome. Und das öffnet sexuell übertragbaren Infektionen Tür und Tor.

Wissenschaftler beschlossen zu untersuchen, wie Langzeitverhütung, Kondombenutzung und Infektionen bei Frauen zusammenhängen. Sie sammelten Daten aus nationalen Gesundheitsumfragen aus 31 Entwicklungsländern – das sind mehr als zwei Millionen Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Die Zahlen sind vertrauenswürdig, daher sollte man die Schlussfolgerungen ernst nehmen.

Was die Zahlen zeigten

Unter allen Teilnehmerinnen nutzte jede 25. Langzeitverhütung – Spirale oder Implantat. Und es stellte sich heraus: Diese Frauen verwendeten zweieinhalb Mal seltener Kondome. Das heißt, der zuverlässige Schutz vor Schwangerschaft 'entspannt' buchstäblich in Bezug auf den Schutz vor Infektionen.

Und das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Bei Anwenderinnen von Spiralen und Implantaten traten sexuell übertragbare Infektionen 14–19% häufiger auf als bei denen, die andere Methoden bevorzugten. Der Unterschied war bei jungen Frauen unter 20 Jahren und in Ländern mit niedrigem Entwicklungsstand deutlicher, während in wohlhabenden Ländern kein statistisch signifikanter Zusammenhang gefunden wurde.

Warum ist das so?

Nicht weil die Spirale Infektionen 'verursacht' – sie hat damit nichts zu tun. Es geht um das Verhalten. Wenn eine Frau sicher ist, dass ihr keine Schwangerschaft droht, rückt der Gedanke an Kondome oft in den Hintergrund. Auch der Partner besteht nicht darauf: Warum, wenn 'wir doch geschützt sind'? Und an Infektionen denken in diesem Moment die wenigsten.

Es ist wichtig zu verstehen: Langzeitverhütung ist superzuverlässig gegen Schwangerschaft, aber völlig nutzlos gegen HIV, Chlamydien und andere 'unerwünschte Gäste'. Das Kondom ist die einzige Methode, die auf zwei Fronten wirkt.

Was tun?

Keine Panik und nicht sofort die Spirale entfernen lassen. Halten Sie sich einfach ein einfaches Schema vor Augen: Wenn Sie keinen festen Partner haben, der auf alles getestet ist, oder Sie sich seiner Treue nicht sicher sind, ist doppelter Schutz Ihre Wahl. Also Spirale plus Kondom. Das nennt man 'doppelte Methode' – und sie bietet fast 100% Schutz sowohl vor Schwangerschaft als auch vor Infektionen.

Und noch etwas: Wenn Sie gerade planen, sich eine Spirale einsetzen zu lassen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt nicht nur darüber, wie sie vor Schwangerschaft schützt, sondern auch darüber, wie Sie die Kondome nicht vergessen. Möglicherweise sagt man Ihnen dasselbe: besser kombinieren.

Die Studie ist groß und ernsthaft, aber sie hat Einschränkungen: Die Frauen berichteten selbst über Infektionen, und das ist nicht immer eine genaue Geschichte. Dennoch ist der Trend offensichtlich: Wenn Sie sich für Langzeitverhütung entscheiden, kümmern Sie sich auch um den Schutz vor STI. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Long-acting reversible contraception, condom use and sexually transmitted infections in developing countries: a multi-country serial cross-sectional analysis using demographic and health surveys. — U.S. National Library of Medicine