Ovarialzyste: Was ist das, ist sie gefährlich und was tun?

Quelle: Scarleteen
Ovarialzyste: Was ist das, ist sie gefährlich und was tun?
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Sie kommen zur Routineuntersuchung, und der Arzt sagt gelassen: „Sie haben eine Ovarialzyste.“ Das Herz sinkt in die Hose, im Kopf nur das Wort „Krebs“. Stopp! Lassen Sie uns zuerst durchatmen: Eine Ovarialzyste ist kein Todesurteil und in den allermeisten Fällen kein Krebs. Es ist einfach ein mit Flüssigkeit gefüllter Sack, der am Eierstock entstanden ist. Meistens ist er klein, harmlos und bildet sich von selbst zurück. Aber ein paar Dinge sollte man darüber wissen.

Was ist eine Zyste und woher kommt sie?

Stellen Sie sich vor: Der Eierstock ist in Form und Größe einer Mandel ähnlich. Und eine Zyste ist ein Bläschen darauf, gefüllt mit Flüssigkeit oder etwas Halbflüssigem. Normalerweise ist sie 1–3 Zentimeter groß, kann aber in seltenen Fällen auf 15–30 Zentimeter anwachsen. Woher kommt sie? Meistens durch eine gewöhnliche Störung im Menstruationszyklus. Zum Beispiel ist der Follikel, aus dem die Eizelle hätte austreten sollen, nicht geplatzt, sondern hat sich mit Flüssigkeit gefüllt. Oder die Eizelle ist ausgetreten, aber der Follikel ist nicht richtig verheilt. Solche Zysten nennt man funktionelle Zysten, und sie verschwinden fast immer von selbst innerhalb von ein paar Monaten.

Aber es gibt auch andere Arten. Zum Beispiel die Dermoidzyste – sie enthält Haare, Zähne und sogar Haut. Das klingt gruselig, aber eigentlich ist es nur eine angeborene Abweichung, bei der Keimzellen ihre Bestimmung „verwechselt“ haben. Solche Zysten haben viele, man findet sie meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Anlass. Oder die Endometriosezyste – sie wird wegen des dunklen alten Blutes im Inneren auch „Schokoladenzyste“ genannt. Sie tritt bei Frauen mit Endometriose auf und geht oft mit starken Schmerzen einher – beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen, im Unterbauch. Es gibt auch Zystadenome – sie wachsen an der Oberfläche des Eierstocks und enthalten wässrige oder schleimige Flüssigkeit. Sie sind ebenfalls meist harmlos, solange sie nicht übermäßig groß werden.

Ist das Krebs? Spoiler: Fast nie

Das Wort „Tumor“ macht Angst, aber eigentlich ist es nur ein medizinischer Begriff für jede Neubildung. Die meisten Zysten sind gutartig, also nicht krebsartig. Ein Krebstumor ist eine dichte Masse aus Zellen, die sich unkontrolliert teilen und im Körper ausbreiten. Eine Zyste hingegen ist nur ein Bläschen mit Flüssigkeit. Es gibt jedoch eine Einschränkung: Einige komplexe Zysten (z. B. Dermoidzysten) können dichte Bestandteile enthalten, und im Ultraschall sind sie schwer von Krebs zu unterscheiden. Deshalb ist eine vollständige Untersuchung wichtig. Das Risiko, dass eine Zyste zu Krebs wird, ist äußerst gering – bei Dermoidzysten liegt es nur bei 1–2 %, und das auch nur nach dem 45. Lebensjahr oder wenn die Zyste groß ist. Also keine Panik, aber auch nicht ignorieren.

Was Sie spüren und wann Sie zum Arzt sollten

Kleine Zysten verursachen normalerweise keine Beschwerden. Sie könnten gar nicht wissen, dass Sie eine haben. Aber wenn die Zyste wächst, können Symptome auftreten: dumpfer oder stechender Schmerz im Unterbauch (kommt und geht), Druck- oder Völlegefühl, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, schmerzhafte oder unregelmäßige Menstruation, Blähungen auf einer Seite. Wenn Sie so etwas bemerken – warten Sie nicht, gehen Sie zum Arzt. Achten Sie auch auf Symptome, die typisch für Eierstockkrebs sind: anhaltende Müdigkeit, schnelles Sättigungsgefühl, Probleme beim Wasserlassen, Verstopfung, unerklärlicher Gewichtsverlust bei aufgeblähtem Bauch. Das muss nicht Krebs sein, aber eine Untersuchung ist unbedingt notwendig.

Wie wird die Diagnose gestellt: Nicht nur eine Untersuchung erwartet Sie

Um herauszufinden, ob Sie eine Zyste haben, führt der Arzt zunächst eine Untersuchung durch: Er tastet den Bauch ab und macht eine gynäkologische Untersuchung. Die genaueste Methode ist jedoch der Ultraschall. Üblicherweise werden zwei Arten durchgeführt: der Bauchultraschall (Schallkopf wird über den Bauch geführt) und der transvaginale Ultraschall (dünner Schallkopf wird in die Vagina eingeführt). Das Zweite kann etwas unangenehm sein, liefert aber ein klareres Bild. Auch Blutuntersuchungen können angeordnet werden – zum Beispiel auf den Tumormarker CA-125, der bei Eierstockkrebs erhöht sein kann (allerdings auch bei Endometriose und Entzündungen). Manchmal werden CT oder MRT zur Abklärung durchgeführt. Und ja, höchstwahrscheinlich wird man Ihnen einen Schwangerschaftstest anbieten – das ist Standard, um eine Schwangerschaft als Ursache der Symptome auszuschließen.

Behandeln oder nicht behandeln? Das ist hier die Frage

Die gute Nachricht: Die meisten Zysten benötigen keine Behandlung. Funktionelle Zysten verschwinden von selbst, die Ärzte beobachten sie und machen nach einigen Monaten eine Kontroll-Ultraschalluntersuchung. Wenn die Zyste groß ist, Schmerzen verursacht oder verdächtig auf Krebs ist – dann ist eine Therapie erforderlich. Optionen: hormonelle Verhütungsmittel (sie unterdrücken den Eisprung, sodass keine neuen Zysten entstehen), Schmerzmittel, und in ernsteren Fällen eine Operation. Kleine Zysten werden durch kleine Schnitte (Laparoskopie) entfernt, große oder verdächtige durch einen größeren Schnitt. Der Arzt berücksichtigt Ihr Alter, Ihre Gesundheit und Ihre Familienplanung. Wenn Sie Kinder möchten – sagen Sie das unbedingt: Manche Zysten (z. B. Endometriosezysten) können die Empfängnis erschweren, und Sie erhalten eine Behandlung, die Ihre Fruchtbarkeit erhält.

Wann ist der Notarzt nötig: Anzeichen für gefährliche Komplikationen

Zysten sind nicht nur harmlose Bläschen. Sie können platzen (Ruptur) oder den Eierstock verdrehen (sog. Ovarialtorsion). Das ist selten, kommt aber vor – und erfordert sofortige Hilfe. Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Unterbauch auf einer Seite, Übelkeit, Erbrechen verspüren – rufen Sie den Notarzt oder gehen Sie ins Krankenhaus. Eine Ovarialtorsion ist ein Notfall: Wenn nicht rechtzeitig operiert wird, kann der Eierstock durch die gestörte Durchblutung absterben. Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen.

An wen wenden, wenn Sie keinen eigenen Arzt haben

Wenn Sie keinen Frauenarzt haben – kein Problem. Sie können sich an eine Frauenklinik, eine Klinik für Reproduktionsmedizin (z. B. Familienplanungszentren) oder auch an eine normale Poliklinik wenden. In öffentlichen Kliniken werden Sie kostenlos mit Ihrer Versicherungskarte behandelt. Wenn Sie nicht versichert sind, gibt es Privatkliniken, aber Sie können auch nach gemeinnützigen Organisationen suchen, die bei Untersuchungen helfen. Wichtig ist, den Besuch nicht aus Angst oder Unbehagen aufzuschieben. Eine Zyste ist eine sehr häufige Sache, und Ärzte sehen solche Patientinnen täglich. Sie helfen Ihnen, Klarheit zu bekommen und eine für Ihren Fall passende Behandlung zu wählen.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Ovarian Cysts 101: Everything You Want to Know About Ovarian Cysts — Scarleteen