Pornos: Warum Männer und Frauen sie unterschiedlich sehen?

Quelle: International Society for Sexual Medicine
Pornos: Warum Männer und Frauen sie unterschiedlich sehen?
Foto: OmarMedinaFilms / Pixabay

Haben Sie sich jemals gefragt, ob Pornos für Männer und Frauen nicht dasselbe sind? Es scheint, als würden alle dasselbe ansehen, aber die Wirkung ist unterschiedlich. Und nun haben Wissenschaftler endlich beschlossen, herauszufinden, wie genau Pornos Männer und Frauen beeinflussen. Ihre Ergebnisse könnten überraschen.

Die Forscher analysierten 21 wissenschaftliche Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen Pornokonsum und sexuellem, mentalem und sozialem Wohlbefinden untersuchten. Und das fanden sie heraus:

Männer schauen häufiger, sind aber weniger zufrieden

Es stellte sich heraus, dass Männer insgesamt häufiger Pornos schauen als Frauen. Und interessanterweise ist die Häufigkeit des Konsums bei Männern direkt mit niedrigeren Werten der sexuellen Funktion verbunden. Einfach gesagt: Je mehr ein Mann Pornos schaut, desto höher ist sein Risiko, auf erektile Dysfunktion zu stoßen. Trotz der Tatsache, dass die sexuelle Aktivität scheinbar hoch bleibt, nimmt die sexuelle Befriedigung bei solchen Männern ab.

Bei Frauen mit häufigem Pornokonsum wurden solche Probleme jedoch nicht festgestellt. Im Gegenteil, sie berichteten häufiger über eine höhere sexuelle Funktion und Zufriedenheit. Das bedeutet natürlich nicht, dass Pornos für alle Frauen nützlich sind, aber der Unterschied ist offensichtlich.

Warum ist das so?

Die Forscher vermuten, dass es darum geht, wie Pornos unsere "sexuellen Skripte" beeinflussen – also das, was wir beim Sex für normal und erwartbar halten. Männer, die häufig Pornos schauen, übertragen diese Skripte eher ins reale Leben und beginnen manchmal, Pornos als Anleitung zu betrachten. Dies kann zu Angst führen, wenn der echte Sex nicht wie im Video ist, und sogar zu Erektionsproblemen.

Bei Frauen ist es anders: Sie nutzen Pornos eher, um ihre sexuellen Grenzen zu erweitern und Neues auszuprobieren. Darüber hinaus ist der Pornokonsum bei Frauen oft mit einem psychologischen und emotionalen Aspekt verbunden: Zum Beispiel können sie ihn auf Empfehlung des Partners ansehen. Aber es gibt auch eine Kehrseite: Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kann häufiger Pornokonsum das Selbstwertgefühl senken, weil man sich mit den Darstellern auf dem Bildschirm vergleicht.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie bemerkt haben, dass Pornos Ihr Sexualleben oder Ihr Selbstwertgefühl beeinflussen, ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten. Die Forscher betonen: Pornos selbst sind nicht schädlich, solange sie nicht problematisch werden – das heißt exzessiv, zwanghaft oder belastend. In einem solchen Fall kann ein Gespräch mit einem Sexualtherapeuten oder Psychotherapeuten helfen.

Wenn Sie also Pornos schauen und das Gefühl haben, dass sie Sie daran hindern, zu leben und zu lieben, ist das ein Grund, Hilfe zu suchen. Wenn Sie sich jedoch nur gelegentlich vergnügen und keine Probleme bemerken, ist wahrscheinlich alles in Ordnung. Wie bei vielem im Leben ist es wichtig, das Maß zu kennen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Porn Consumption Affects Men and Women Differently — International Society for Sexual Medicine