Eine Stunde Vorlesung – und plötzlich denken Sie über Ihre Eizellen nach. Was die Studie zeigte

Quelle: U.S. National Library of Medicine
Eine Stunde Vorlesung – und plötzlich denken Sie über Ihre Eizellen nach. Was die Studie zeigte
Foto: Anna Tarazevich / Pexels

Haben Sie sich jemals gefragt, was Sie über Ihre Fruchtbarkeit wissen? Außer, dass die biologische Uhr tickt? Die meisten von uns sind in dieser Hinsicht völlige Laien. Und das ist kein Witz: Selbst junge und gebildete Frauen haben keine Ahnung, wie das Alter die Fähigkeit, schwanger zu werden, beeinflusst, was die ovarielle Reserve ist und warum Rauchen ein Eizellenkiller ist. Aber es gibt eine gute Nachricht: Eine Stunde richtiger Information kann alles verändern.

Wissenschaftler aus Japan führten ein Experiment durch: Sie luden 712 Studentinnen von regulären (nicht medizinischen) Universitäten zu einer Vorlesung über reproduktive Gesundheit ein. Nur 60 Minuten – und das geschah. Vor der Vorlesung schwammen die Frauen, wie erwartet, in Mythen: Sie dachten, Unfruchtbarkeit sei nur ein Problem nach 40, das Alter des Vaters sei unwichtig, Geschlechtskrankheiten beträfen sie nicht. Nach der Vorlesung änderte sich das Bild drastisch.

Das Wissen über Unfruchtbarkeit stieg um ein Vielfaches (statistisch signifikant, wohlgemerkt). Vor allem wurden die gefährlichsten Missverständnisse ausgeräumt. Zum Beispiel über den Zusammenhang zwischen Alter und Fruchtbarkeit: Die Frauen verstanden endlich, dass der Geburtenhöhepunkt zwischen 20 und 25 Jahren liegt und dass die Chancen nach 35 stark sinken. Und dass Rauchen, Gewicht und sexuell übertragbare Infektionen keine leeren Drohungen sind, sondern reale Risikofaktoren.

Aber am interessantesten war die Veränderung der Einstellung zur Zukunft. Nach der Vorlesung dachten die Studentinnen häufiger über die Kryokonservierung von Eizellen nach (Einfrieren, um die Mutterschaft aufzuschieben) und verstanden, was die ovarielle Reserve ist – der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken. Und obwohl der Kinderwunsch insgesamt unverändert blieb, begannen die Frauen, eine Schwangerschaft für ein früheres Alter zu planen. Die Information hat also nicht nur aufgeklärt, sondern wirklich die Lebenspläne beeinflusst.

Was bedeutet das für Sie? Wenn Sie jung sind und noch nicht an Kinder denken – das ist ein Grund, jetzt schon nachzudenken. Denn, wie die Studie zeigte, neigen wir ohne Wissen dazu, Mythen zu glauben, und Mythen können zu späten Entscheidungen führen (und zu Reproduktionsmedizinern). Besuchen Sie eine Vorlesung, lesen Sie seriöse Quellen, stellen Sie Ihrem Frauenarzt Fragen. Nur eine Stunde – und klarer Kopf, und die Zukunft liegt in Ihren Händen.

Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Originalbeitrag: Effectiveness of a 1-h Reproductive Health Lecture on Enhancing Fertility Knowledge Among Japanese Female Undergraduates. — U.S. National Library of Medicine